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Spannung, Spiel und Spaß ohne Ende | Hallbergs Kicker auf den Mainzer Spuren  

Gelebte VfB-TRäume

VfB-Fußballer steigen mit 4:0-Gala auf

( 29.05.2006 )

Jungs, das war überirdisch! Es war das wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte und wohl auch mit die besten 90 Minuten, die jemals ein Team des VfB Hallbergmoos spielte. Am Sonntag sicherte man sich mit einem auch in dieser Höhe absolut verdienten 4:0 (2:0) die Meisterschaft der Kreisliga und steigt nun in die Bezirksliga auf.

Wie würde der VfB in dieses Endspiel gehen nach einer wechselhaften Saison, in der man mehrfach schon fast den Anschluss nach oben verloren hatte? So richtig tausendprozentig überzeugt war niemand, deshalb überraschten die Rotgelben in Palzing umso mehr. Von der ersten Minute an hatte der Gast das Heft in der Hand, rollte eine Angriffslawine nach der anderen und erspielte sich mit sehenswertem Fußball etliche Top-Chancen. Die logische Konsequenz des Hallberger Traumstarts war das 1:0 des alles überragenden Gencer Ugurlu nach acht Minuten.







Überhaupt ist der Türke mit dem Schuss, für den er einen Waffenschein braucht, der Mann der Saison. In den letzten Wochen machte er die entscheidenden Tor und das, obwohl er eigentlich im letzten Sommer schon fast weg war. Der Verein teilte ihm damals mit, dass er wegen seinen andauernden Undiszipliniertheiten und vielen roten Karten einen neuen Verein suchen solle. Ugurlu wollte aber bleiben und gelobte Besserung. Und es wurde alles anders. Der Angreifer sah diese Saison keine rote Karte, machte ein Supertor nach dem anderen und der ganze Landkreis blickt neidisch nach Hallbergmoos wegen einem solchen Spieler.

Deshalb gebührte Gencer Ugurlu auch der größte Schluck aus der Sektpulle bei der Aufstiegsfeier. Er bereitete mit einem Gewaltschuss Mitte der ersten Halbzeit auch das 2:0 vor. Torwart Pöschko konnte die Rakete nur abklatschen und Ben Spar, der mit 135 Prozent Einsatz eine ganze Abwehr aufarbeitete, musste nur noch abstauben.

Zweite Hallbergmooser Galionsfigur in Palzing war Gerhard Pillmayer. Der Trainer gab einen umsichtigen Libero, organisierte eine perfekte Defensivabteilung, die keinen Fehler machte und nichts zuließ. Palzing wollte schon, aber es ging nichts. Als sich der Chef in der 73. Minute beim Stand von 2:0 (der VfB vergab bei einigen Kontern schon genug Chancen zur Vorentscheidung) auswechselte, knüpfte Murat Isik nahtlos da an, wo Pillmayer aufhörte. Isik räumte jeden Kopfball ab und selbst das Palzinger „Alles Oder Nichts“ brachte nur ganz wenige Gefahrenmomente für den Kasten des VfB. Die Abwehr zeigte sich gerüstet für die Bezirksliga und die Fans verhöhnten die ratlosen Palzinger mit dem Gesang „Ihr spielt nur auf Kreisliga-Niveau“.




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Überhaupt war der Anhang der Gäste auch ein Faktor auf dem heißen Pflaster Palzing. Fast die Hälfte der 400 Zuschauer kamen aus Hallbergmoos und der Fanclub auf der Gegengerade trieb sein Team 90 Minuten nach vorne. Vom eigenen Verein bekamen die Supporter zwar nach der 1:0-Feier Rauschbombenverbot, aber dafür schrieen sie alle noch etwas lauter. „Hallberg ist der geilste Club der Welt“, sangen sie, machten ihren Spielern besondere Angebote („Mutzi, wir lieben dich“) und verschafften ihrer Mannschaft ein Heimspiel fernab der Heimat.

Zum Schluss stachen dann noch die Joker. Stefan Schwirtz war keine 60 Sekunden auf dem Platz, als er das 3:0 in der 87. Minute machte. Der zehn Minuten zuvor eingewechselte Nexhedin Veseli gelang das nächste Joker-Tor in der Schlussminute und letztlich geht dieses 4:0 auch in dieser Höhe in Ordnung. Der VfB verabschiedete sich mit einer Gala-Vorstellung aus der Kreisliga, hat sich einen Traum erfüllt und dann auch dementsprechend gefeiert. Manager Hermann Schmidmeier, der Vater des Erfolgs, war dann sogar froh in Palzing zu sein: „In Hallbergmoos würde ich jetzt wieder in dem blöden Bach drin liegen.“ Aber auch das war nur eine Frage der Zeit, schließlich ging die Party nach der Ankunft zu Hause erst richtig los.

Aufstellung: Zettl – Rugulies, Ihle, Pillmayer (73. Isik), Schimmel, Klug, Hobmaier, Mutzbauer, Spar (86. Schwirtz), Hartshauser (80. Veseli), Ugurlu.




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