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Ein neuer Großer | Ein Angstgegner und zwei Wackelkandidaten  

Mal was Neues

Ringer-Bundesligen stehen vor der großen Reform

( 28.05.2005 )

Regelmäßig sind sich die Ringer einig, dass sich etwas ändern muss. Nur was, da beginnt der große Interessenkonflikt in der Drei-Klassen-Gesellschaft. Bei der Bundesliga-Tagung dieses Wochenende brachte man aber einen Weg ins Rollen, der vor allem den kleineren Vereinen Perspektive und Spaß bringen soll. Erste und zweite Ligen sollen zu vier Bundesligen zusammen gelegt werden. Die Einführung des neuen Systems ist noch nicht beschlossen, gilt aber als so gut wie sicher.

Die Probleme der Bundesligen wurden zuletzt extrem. Schwächere, von unten kommende Mannschaften waren kaum bis gar nicht konkurrenzfähig, wurden ein Jahr lang abgeschlachtet und machten gerne von ihrem Abstiegsrecht (!) Gebrauch. Es ist seit Jahren für die Tabellenletzten eine Belohnung, aus der ersten Bundesliga heraus zu dürfen.

Dieser Trend brachte gleich das nächste Problem mit sich. Von unten wollte sportlich keiner mehr aufsteigen. Das ging so weit, dass die Spitzenteams absichtlich ihre Kämpfe verloren, um die Aufstiegsgefahr abwenden zu können. Spätestens jetzt war klar, dass das aktuelle System vor dem Aus steht und Neuerungen dringend her müssen.

Und genau hier zeigte sich bei der Bundesligatagung wieder einmal, dass die Interessen genauso weit auseinander gehen wie die Leistungsspanne. Die beiden Giganten Schifferstadt und Luckenwalde hätten lieber heute als morgen eine eingleisige Bundesliga nach dem Vorbild Fußball. Nur wäre hier das Problem, dass es schon für die meisten im Kampf um Platz drei, fünf oder sieben fast von Beginn an nur um die goldene Ananas geht. Deshalb wurde dieser Vorstoß auch mit 15:3 Stimmen deutlich abgeschmettert.

Statt dessen schwebt den Vertretern der 18 Erstligisten eine Reform vor, die auch den kleineren Vereinen wieder im Oberhaus Perspektiven geben soll. Der Plan sieht vor, dass man die ersten und zweiten Bundesligen zusammen führen will. Nach dem jetzigen Stand kämpfen in diesen dem Deutschen Ringer-Bund unterliegenden Klassen 48 Vereine.

Der Plan für die Zukunft sieht vor, daraus vier Bundesligen mit jeweils zehn Mannschaften zu machen. Daraus sollen dann die Playoffs hervor gehen. Entweder kommen die ersten zwei oder die ersten vier weiter, je nachdem, ob man Achtel- oder Viertelfinale als Startpunkt für die finale k.o.-Phase auswählt.




Was würde die Neuerung für Hallbergmoos bedeuten?

Für den SV Siegfried würde das vor allem eine bayerische Derbyliga bedeuten. Man träfe sicher auf die bayerischen Vereine Burghausen, Anger, Nürnberg und Hof. Das Duell des Siegfried-Iventars Dominik Zeh gegen seinen Heimatverein Hof wäre nur einer der neuen reizvollen Duelle. Denkbar ist, dass Aalen und Hallbergmoos dann die beiden Großen sind, die es auf dem Weg in die Playoffs aus dem Weg zu räumen gilt.

Mit dem 15:3-Beschluss bei der Bundesligatagung ist diese Reform zwar noch nicht definitiv, aber der Weg in diese (breite) Richtung gilt als sicher. Damit diese eher heute als morgen benötigten Reformen eingeführt werden können, Für diese Änderungen ab der Saison 2006/07 bedarf es eines DRB-Beschlusses vor Rundenbeginn 2005/06.




Saison 2005/06 bleibt unangetastet

Bei der Bundesligatagung wurde beschlossen, dass sich für die in ein paar Monaten beginnende Ringersaison nichts ändern wird. Hier sind nun alle Rahmenterminkalender bestätigt worden.

Für die Runde 2006/07 ist dann auch die Lizenzvergabe für zwei Jahre durch den DRB vorgesehen. Das bedeutet, dass die Ringer und Vereine sich dann definitiv ohne Ausstiegsklauseln aneinander binden können.

Nico Bauer




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