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Brigittes eigene Welt | Die Mannschaftskader 05/06  

Lokführer Sedi

SV Siegfried gewinnt in Burghausen mit 20:14

( 29.11.2005 )

Nein, das war keine Überheblichkeit. Dazu war die bayerische Frage zu wichtig. Weil man aber Christophe Guenot ein freies Wochenende zugesichert hatte und die Finnen mit der Nationalmannschaft verhindert waren, wurde es in Burghausen eng. Siegen, egal wie wollte man im oberbayerischen Derby. Das klappte auch mit 20:14, aber die Hallbergmooser hatten eine gewaltige Portion Glück.

„Es war wie bei einer Dampflok“, sagte ein richtig erleichterter Trainer Sepp Fritsch, „und wenn die in Fahrt ist, dann läuft es.“ Den Titel des Lokomotivführers bekam Tom Sedlmeier, der bis 55 Kilo Griechisch einen Hammerkampf lieferte. Gegen Ibad Achmedov wäre alles andere als ein 0:3 des Hallbergers eine Überraschung gewesen und es wurde ein 3:1-Sieg. Vor allem mit dem 6:0 in der dritten Runde ließ Sedlmeier mächtig einen raus.




So war die Vorentscheidung schon nach zwei Kämpfen beim Stand von 7:1 gefallen, weil Vincent Aka mit seinem Schultersieg in der fünften Runde ein Husarenstück gelang. Aka ist der Fixname auf der wöchentlichen Siegliste der Siegfried-Planspiele, doch Trainer Sepp Fritsch wurde etwas anders beim Lesen des Burghausener Programmheftchens. „Der Gegner war schon mal Olympiadritter und ist 20 Kilo schwerer“, den Kampf können wir verlieren.“

Danach sah es auch aus. Mit 0:3 und 3:6 sah die schwarze Perle vier Minuten lang kein Land und dann kam die Explosion. Aka gewann die Abschnitte drei und vier 7:2 und 5:0. Es folgte im finalen Durchgang der Schultersieg. Aka hatte seinen bärenstarken Gegner aufgearbeitet, so dass dieser von der Matte geschleppt wurde.

In der Folgezeit blieb der Kampf eng, aber diese sechs Punkte Polster rettete man über die Runden. In der Spitze war man nach Lernik Vanjans Sieg neun Punkte vorne (10:1), doch vor dem letzten Duell hieß es 17:14. Savvass Apostoulou hatte einen bösen Bock geschossen und sich bei 1:2-Rückstand schultern lassen. Mit Dollmetscher Felix Polianidis trichterte man ihm ein, dass er schnell sechs Punkte abgeben soll und mit dem 1:3 das Gesamtergebnis sichern soll. Genau das, was Fritsch voraus ahnte, passierte dann.

Für das Unentschieden brauchte Mahmoud Karimi gegen Dominik Zeh ein 3:0, doch der Zug war nach einem sehr hart ausgekämpften ersten Abschnitt abgefahren. Noch mal Buckel war für Fritsch kein Thema: „Einen Zeh schultert keiner.“ So blieb ein enger, aber verdienter Sieg. Vor allem aber war die Aufstellung keine Überheblichkeit, sondern das Bestmögliche an diesem Tag, an dem man richtig viel hätte verlieren können.

Nico Bauer




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