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Tage der Wahrheit | 110 % für die Vereinshistorie
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Letzte Ausfahrt Neuss
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Hallbergmoos will für Playoff-Überraschung sorgen
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( 03.02.2006 )
Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt, aber sie fährt nur auf Sparflamme mit, wenn der SV Siegfried am Samstag auf Reisen geht. Im Playoff Viertelfinale ist Konkordia Neuss nach der knappen 15:18-Niederlage im ersten Duell der klare Favorit. Die Verletztenliste in Hallbergmoos wird immer länger, zudem ist die Rückrundenformation der Truppe von Trainer Sepp Fritsch auch etwas schwächer. Es spricht nicht viel für Hallbergmoos, aber gerade der Chefcoach lebt dem Verein nun positive Einstellung vor.
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„Der Coach sagt immer Sieg“, ist derzeit der Standardsatz von Fritsch, „sonst wäre er ein schlechter Coach.“ Und überhaupt könne man den zweiten Kampf Neuss nicht ohne Weiteres mit dem ersten vergleichen. So sei es beim Gegner die Frage ob die Björn Holk und Max Schwindt erneut abtrainieren, ob bei denen dann im Falle des Abkochens die Kraft reicht und zuletzt, ob beide noch einmal so eine starke Leistung abrufen können. Fritsch sieht hier die Option, dass es auch einmal anders laufen kann für die Siegfrieds.
In seiner Rechnung hat er drei Schlüsselkämpfe, „die auf dem Papier eher zu unseren Ungunsten stehen.“ Aber die könnten jederzeit umfallen. Siehe Laimutis Adomaitis: „Seine Schulterniederlage passierte bei einer sehr guten Aktion von ihm. Aber das ist Ringen.“ Dem 19jährigen Litauer macht auch niemand einen Vorwurf. Vielmehr durchläuft er das Tal einer überraschenden Schulterniederlage wie viele andere Größen des Sports auch. „Das ist doch das schöne an unserem Sport“, sagt Fritsch, „jede Sekunde lauert der Tod.“
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Adomaitis hat blitzende Augen, wenn er spricht. Denn er weiß, dass er am Samstag in Neuss alles reparieren kann. Für einen Sportler gibt es nichts Schöneres als die postwendende Chance zur Revanche. „Ich kenne meinen Gegner jetzt und werde nicht noch einmal verlieren“, sagt er. Sehr schlecht und traurig habe er sich ein paar Tage lang gefühlt, „aber das ist nun vergessen. Neuss ist ein neuer Kampf. Und ich will meine Revanche.“ Der Mann hat sich einiges vorgenommen.
Adomaitis kann die Trainerkarriere von Sepp Fritsch mit einem Sieg auch verlängern. Der denkt überhaupt nicht daran, dass am Sonntag für den großen Boss in der Hallberger Ecke alles vorbei sein könnte: „Ich freue mich aufs Schafkopfen im Bus, das Weiterkommen wird die zweite Freude und der nächste Heimkampf die dritte.“ Vor Neuss habe er mehr Angst als vor Köllerbach, aber man werde sich durchkämpfen. Und jede der etwa 35 zu ringenden Runden kann entscheiden.
Nico Bauer
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