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Bye,bye Ringerträume

Siegfried droht eine historische Packung im Finale

( 03.03.2006 )

Als Dominik Zeh mit seinem Sieg in Köllerbach den ersten Finaleinzug des SV Siegfried perfekt machte, fühlten sich Hallbergmooser Ringer wie der Teil eines wunderschönen Märchens. Doch das war einmal. Die Gegenwart ist ein einziges Chaos. Einige Ringer sind vor dem zweiten Playoff-Finale gegen Luckenwalde bei ihren Nationalmannschaften, andere haben keine Lust und der Rest baute einen schweren Unfall und dazu kam etwas Chaos um den nicht ganz reibungslosen Abgang von Dominik Zeh. Co-Trainer Christian Edfelder und Vorstand Sepp Niedermair kämpften bis Donnerstag, um am Samstag in Luckenwalde die notwendigen neun Ringer aufzustellen. Einzige gute Nachricht dieser Woche: Das Finale um die deutsche Meisterschaft kann statt finden.

Unter der Woche waren die Ringer unterwegs und bauten mit dem Wagen von Trainer Sepp Fritsch einen Unfall. Das Ergebnis war Totalschaden sowie mit Fahrer Mindaugas Mizgaitis, Hakan Nyblom und Adomaitis Laimutis drei Verletzte. Sie fehlen am Wochenende, während andere bei Lehrgängen ihrer Nationalteams sind mit Blick auf die Europameisterschaft im April. Ein Abseilen Richtung Luckenwalde wäre das Ende der internationalen Laufbahn. Wieder andere haben keine Lust. Tero Valimäki ist nicht zu erreichen und auch das Ringer-Interesse des Apostolos Taskoudis ist null.

Der SV Siegfried wird mit einer ziemlich bescheidenen Truppe am Samstag Richtung Berlin fahren. „Aber das ist das Beste, was möglich ist“, sagt Trainer Sepp Fritsch. Man fährt jedenfalls nicht absichtlich mit Reservisten nach Luckenwalde, weil da nichts zu holen ist. Trainer Sepp Fritsch bekam vom Vorstand grünes Licht, alle Ringer zu holen, die er braucht. Und man hat alles versucht bis hin zu Mohammed Babulfath und auch Schwergewichtler Nesteros Bazelas, der noch seinen Pass hier und seit Jahren nicht mehr für Hallbergmoos gerungen hat. Aber so leicht ließ es sich nicht zaubern.




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Und nun droht den Hallbergmoosern wohl die heftigste Klatsche der Geschichte von deutschen Ringer-Finals. In der ursprünglichen Rechnung kamen die Siegfrieds für den Rückkampf auf ein 10:29 als optimales Rückkampf-Ergebnis. Nun aber sieht seine Befürchtung anders aus: „Das verlieren wir zu Null. Wenn die voll aufstellen, ringen die Olympiasieger. Als Ersatz kommt dann der zweite Weltmeister und erst dann der Kreismeister.“

Die bittere Tatsache von Luckenwalde ist die, dass nur ein Ringer eine echte Chance auf Punkte hat. Das ist Felix Polianidis, der bis 84 Kilo Lazaros Loizidis vorgesetzt bekommt. Im Hinkampf überraschte der Siegfried-Grieche bei seiner 2:3-Niederlage. An ihm liegt es nun, das zu Null zu verhindern.

Zu dem Ärger um die Absagen, den Unfall mit Totalschaden kamen auch noch Irritationen mit Dominik Zeh. Der hat kurz vor dem ersten Finale seinen Weggang angekündigt und ringt künftig in seiner Heimat Hof, wo er ein Fitness-Studio eröffnet hat. Zehs Argumente für Hof, wo er als Starringer für sein Geschäft Werbung machen und gleichzeitig ins Trainerbusiness einsteigen kann, schon Verständnis. Nur ist der Vorsitzende Sepp Niedermair stinksauer, weil man vor ein paar Monaten mündlich eine weitere Zusammenarbeit schon angedacht hat. Nun braucht er für ein extrem wichtiges Gewicht einen guten Mann und die Besten haben schon bei den anderen Vereinen unterschrieben. Niedermair muss zaubern und wurde komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Nach zehn sehr erfolgreichen Jahren, in denen Zeh mit dem Verein zusammen wuchs und vom Zweitliga-Mittelfeld sich nach oben ins Finale um die deutsche Meisterschaft kämpfte, war das kein guter Schlusspunkt.

Nico Bauer




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