( 20.03.2005 )
Die Mitglieder der Vorstandschaft des SPD-Ortsvereins Hallbergmoos/Goldach verständigten sich jüngst darauf, einen kommunalen Bürgerentscheid zum Verbleib der Hallbergmooser Kindergärten unter dem Dach der Gemeinde zu unterstützen. „Die Bürger sollen entscheiden“, meint Ortsvorsitzender Konrad Friedrich, „ob die gemeindlichen Kindergärten an freie Träger abgegeben werden sollen oder nicht.“ Wie beim Kampf um die Teilhauptschule und Hauptschule für Hallbergmoos wolle man mit allen der Hallbergmooser SPD zur Verfügung stehenden Mittel auch die Initiatoren eines Bürgerentscheides für die gemeindlichen Kindergärten unterstützen.
Die Gründe für die Unterstützung lägen auf der Hand: „Das Wohl der Kinder steht im Vordergrund“, meint der stellvertretende Vorsitzende Roland Fieger, „und darf bei aller politischen Diskussion nicht aufs Spiel gesetzt werden.“ Immerhin seien die Kindergärten in Hallbergmoos mit größtem Erfolg seit mehr als 20 Jahren kommunal geführt. Die hitzige Diskussion um die Übergabe an Freie Träger habe bereits zu erheblicher Unruhe bei den Eltern und beim Personal geführt. „Das geht auch an den Kindern nicht spurlos vorbei“, so der Sozialpädagoge Fieger.
Die SPD Gemeinderäte Karl-Heinz Bergmeier und Stefan Kronner befürchten, dass eine Übergabe nicht mehr rückgängig gemacht werden könne, weil nach ein paar Jahren das Wissen der Gemeindeverwaltung zur Führung der Kindergärten verloren ginge. Der Stein sei im Zuge der Haushaltsberatung über Einsparmöglichkeiten ins Rollen gekommen. „Damals“, so Bergmeier, „hat es geheißen, die Gemeinde könnte mit einer Übergabe Geld sparen.“
Faktisch sei es jedoch so, dass die Gemeinde wie beim BRK-Kinderhort das gesamte Defizit trage und im Zweifellsfalle nichts zu bestimmen habe. „Wenn die Personalstunden die heute im Rathaus für die Kindergärten aufgewendet werden nicht freigesetzt werden“, so ist sich Kronner sicher, „dann kostet die Übergabe an Freie Träger die Gemeinde ca. 66.000 Euro mehr im Jahr.“ Andernfalls müsse man Personal entlassen. „Das lehnen wir jedoch ab – zumindest so lange über die Zukunft der Kindergärten der Bürger noch nicht entschieden hat“, stellt Kronner klar.
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