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Festrede Bürgermeister

Ansprache Klaus Stallmeister beim Gemeinde-Festakt

( 07.06.2005 )

Sehr verehrte Damen und Herren,

es ist mir eine Ehre und Freude, Sie heute Abend zum offiziellen Festakt zur 175-Jahr-Feier der Gemeinde Hallbergmoos als unsere Gäste begrüßen zu dürfen. Als wir im Vorfeld dieses Festabends über den Veranstaltungsort gesprochen haben, haben wir uns bewusst für Schloss Birkeneck und gegen unseren Gemeindesaal und damit gegen eine größere Veranstaltung entschieden, ist dieses Schloss doch der Ursprung unserer Gemeinde. Aus diesem Grund kann ich heute ausschließlich Ehrengäste begrüßen. Da ich Sie aber nicht alle namentlich begrüßen kann, werde ich mich - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - auf die Nennung einiger besonders erwähnenswerter Gäste beschränken.

An erster Stelle darf ich den Schirmherrn unserer 175 - Jahr - Feier begrüßen, den Regierungspräsidenten von Oberbayern, Herrn Werner-Hans Böhm. Herr Regierungspräsident, herzlichen Dank für Ihre Bereitschaft, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Ich freue mich sehr, dass Sie heute zu uns gekommen sind. Gleichzeitig möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen, dass in der Einladungskarte zu diesem Festakt Ihr Vorname falsch geschrieben wurde.
In Zeiten der Globalisierung und der interkommunalen Zusammenarbeit ist es unumgänglich, über die Gemeindegrenzen hinweg politisch zu denken und zu handeln. Ich darf als Vertreter der Politik begrüßen:

• Herrn Bundestagsabgeordneten Franz Obermeier
• Herrn Landtagsabgeordneten Dr. Christian Magerl
• Herrn Franz Jungwirth, Bezirkstagspräsident
• Herrn Landrat (und Altbürgermeister) Manfred Pointner
• Die Vertreter der Nachbargemeinden
2. Bgm. Josef Hauner (Freising)
1. Bgm. Rainer Schneider (Neufahrn)
2. Bgm. Hans Hanrieder (Eching)
1. Bgm. Michael Sedlmair (Ismaning)
1. Bgm. Rudi Ways (Moosinning)
3. Bürgermeister Georg Neumaier (Oberding)

Hätte nicht im Jahre 1706 der Freisinger Fürstbischof Johann Franz Ecker von Karpfing hier Schloß Birkeneck gebaut, hätte es nicht 1825 an Graf Hallberg verkauft werden können. Über all die Jahre gab es in Hallbergmoos intensive Kontakte mit der katholischen Kirche, und so ist es selbstverständlich, dass wir auch heute Vertreter der Kirche begrüßen können. Ein herzliches „Grüß Gott" unserem Regionalbischof Dr. Bernhard Haslberger,(Vertreter des Bistums) sowie Pater Superior Huber als Hausherrn, denn seit 85 Jahren sind die Herz-Jesu-Missionare die Eigentümer von Schloß Birkeneck und aus unserer Gemeinde nicht mehr wegzudenken.

Die politische Gemeinde Hallbergmoos hat in den vergangenen Jahrzehnten die ihr gebotenen Chancen konsequent genutzt, sodass aus einer ausschließlich landwirtschaftlich geprägten Gemeinde eine moderne, zukunftsorientierte Kommune geworden ist. An diesem Prozess waren neben den Bürgermeistern viele Gemeinderäte beteiligt, die ich heute begrüßen darf, teilweise mit ihren Partnern, an Ihrer Spitze unser Ehrenbürger Johann Groß, langjähriger Bürgermeister von Notzing, und unser amtierender zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Zenker.
Enorm wichtig für die Entwicklung von Hallbergmoos zu dem, was es heute ist, sind auch unsere Bürgerinnen und Bürger, denn für uns ist bürgerliches Engagement -gemäß unserem Leitbild und ganz im Sinne von Alois Glück - eine ganz entscheidende Säule unserer Entwicklung. Ich begrüße deshalb besonders herzlich die Trägerinnen und Träger der Silbernen Bürgermedaille und die Repräsentanten unserer mehr als sechzig Vereine und Organisationen aus Hallbergmoos und Goldach.

Eigentlich hatte ich mich sehr gefreut, heute Frau Künsberg, deren Urahn Otto Freiherr von Künsberg-Thurnau mit der Tochter unseres Ortsgründers Graf Hallberg verheiratet war begrüssen zu können. Leider ist Frau Künsberg schwer erkrankt und musste kurzfristig absagen.

Schließlich begrüße ich all diejenigen die diesen Festabend vorbereitet haben und die heute Abend dafür sorgen, dass wir hier feiern können
• Den Arbeitskreis 175-Jahr-Feier, (3. Bgm Josef Fischer, Renate Hofbauer, Werner Groth und Georg Förg)
• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Birkeneck,(Stellvertretend Herr Reischl)
• Die Kolleginnen und Kollegen der Gemeindeverwaltung und Bauhof (Stv. Frau Seidl)
• Natürlich das Ensemble Golden Brass, das uns musikalisch durch den Abend führen wird
sowie die Damen und Herren der Medien, denen ich jetzt schon für ihre Berichterstattung danken möchte.

Meine Damen und Herren,manchem mag es übertrieben erscheinen, dieses Jubiläum überhaupt zu erwähnen, gibt es doch viele Kommunen mit zum Teil Jahrtausende alter Tradition. Ich sehe das anders: Hallbergmoos hat in diesen 175 Jahren mehr erlebt als manch andere Gemeinde in hunderten von Jahren. Einige Wesenszüge der hier lebenden Menschen haben sich über die ganze Zeit erhalten: z.B. die Bereitschaft, neue Dinge zu versuchen und durchzusetzen. Oder die Fähigkeit, sich auf neue Situationen einzustellen und das Beste daraus zu machen. Das fing an mit unserem Ortsgründer
Graf Hallberg, der sich in den Kopf gesetzt hatte, mit einer Technik, die er in Holland gesehen hatte, aus einem Feuchtgebiet nutzbares Ackerland zu machen und den Familien, die zum Teil aus der Oberpfalz kamen und bereit waren, sich hier anzusiedeln und eine neue Existenz aufzubauen. Dass das Leben alles andere als einfach war und den Menschen viel abverlangte, kann man zeitgenössischen Berichten entnehmen wie z.B. dem Bericht „Die Kolonie Hallbergmoos" von Pfarrer Schnell, den dieser 1851 veröffentlichte (allerdings erst, nachdem er Hallbergmoos verlassen durfte), und dem man entnehmen kann, dass sich der Seelsorger hier alles andere als wohl fühlte. Dass das Ansehen der hier lebenden Menschen im Umland auch nicht besonders hoch war, sieht man z.B. an dem Spottgedicht eines Dr. Henkel, der 1890 unter anderem schrieb:

Niemals darfst du denen trauen,
die im Moose Hütten bauen.
Glücklich, wer nicht Goldach kennt,
wo die Welt am letzten End,
noch das düstre Hallbergmoos,
wo der Jammer riesengroß!
Wo in Max- und Ludwigstrasse
Dir der Schmutz geht bis zur Nase!
Die Theresienstraß nicht minder
Dient als Schwemm für Sau und Kinder.


Immer wieder gab es schwierige Situationen, die der Bevölkerung viel abverlangten, wie z.B. die Zeit unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg, wo sich die Einwohnerzahl aufgrund der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen, die sich hier niederließen, innerhalb von wenigen Jahren fast verdoppelte.

Die größte Veränderung für die Gemeinde brachte dann die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, hier im Erdinger Moos den neuen Münchner Großflughafen zu bauen. Führte dies zunächst dazu, dass zwischen 1965 und 1985 weitgehend jede Entwicklung blockiert wurde (so wurde z.B. kein Flächennutzungsplan genehmigt), verlief danach die Entwicklung umso rasanter. Seither müssen jährlich im Schnitt rund 250 Neubürger integriert werden, Hallbergmoos hat sich von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Siedlungsschwerpunkt mit rund 9.000 Einwohnern und über 1250 Gewerbebetrieben mit rund 6.000 Arbeitsplätzen gewandelt. Heute leben über 70 Nationalitäten bei uns. Dank der vorausschauenden Grundstückspolitik hat die Gemeinde Planungsgewinne abschöpfen und in die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen investieren können. Die Gemeindeverwaltung hat sich zu einem modernen und effektiven Dienstleistungsunternehmen gewandelt, unsere Verfahren und unsere Arbeitsweisen werden von anderen Gemeinden übernommen. Beispielsweise haben wir 2002 als erste Kommune bundesweit vollständig auf kaufmännische Buchführung umgestellt.

Wichtig ist auch das Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger, die sich in Arbeitskreisen mit aktuellen Themen aus der Gemeinde beschäftigen und die z.B. gerade jetzt die Möglichkeit haben, das Gemeindeentwicklungsprogramm (eine Vision, wie unsere Gemeinde in 15 - 20 Jahren aussehen soll) aktiv mitzugestalten.

Ich finde, wir haben die Chancen, die uns geboten worden sind, gut genutzt und wir alle können stolz sein auf das, was wir gemeinsam erreicht haben! Auch wenn die derzeitige wirtschaftliche Situation in Deutschland nicht die allerbeste ist - mit der positiven Einstellung, mit der schon unsere Vorfahren ihre Probleme bewältigt haben, mit der Bereitschaft, gemeinsam die richtigen Entscheidungen zu treffen, wird es auch uns gelingen, für die nächsten Generationen die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Menschen gerne hier in Hallbergmoos lebön.

Auf die Zukunft von Hallbergmoos!




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