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Big Schorsch | Hallbergmoos pur
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Alles gleich - Andere Träger
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Freie Wähler begründen Kindergarten-Entscheidung
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( 24.03.2005 )
Jeder Streit ist in Ordnung und im Fall Hallbergmoos bei den großen Themen auch unausweichlich. Wenn man die Debatte über die Trägerschaft aber auf dem Rücken unschuldiger Kinder austrägt, dann wird Karla Cole wild. Beim Frühschoppen der Freien Wähler erläuterte die Sozialreferentin sachlich ihre Argumente, warum die Freien Wähler die gemeindlichen Kindergärten Freien Trägern überlassen wollen. Zum Schluss fuhr sie dann aber ganz schwere Geschütze gegen die Bürger und Kommunalpolitiker mit anderer Sichtweise auf. Sie warf denen vor, gegen Kinderrechte zu verstoßen.
Cole erklärte bereits in der Gemeinderatssitzung mit der Kampfabstimmung, dass die Eltern mit den anstehenden Veränderungen viel mehr Probleme haben als die Kinder. Beim Frühschoppen der Freien Wähler, bei dem man Eltern und Personal zur Diskussion vermisste, legte Cole nach an die Adresse der Eltern, die nun den Widerstand wollen: „Sie dürfen nicht sagen, das im Interesse der Kinder zu machen. Es sind die Erwachsenen, die mit den Veränderungen nicht zurecht kommen und das nun für sich auskämpfen.“ Es folgte der große Hammer: „Kinder für die eigenen Interessen zu missbrauchen, verstößt gegen die Kinderrechte.“
Zuvor hatte Cole sachlich noch einmal die Situation erklärt mit der neuen Finanzierung, mit der nicht mehr das Personal, sondern nur noch die Kinder nach den tatsächlich gebuchten Zeiten bezuschusst wird. Auch wird es schon bald das Grupppendenken nicht mehr geben und Kindergärten werden zu einer großen Einrichtung. All diese Veränderungen erzwingen erhebliche Umstrukturierungen und dafür wolle man, so die Sozialreferentin, sich einen erfahrenen Partner an die Seite holen. Sie hat kein Problem damit zuzugeben, dass die Gemeinde nun an ihre Grenzen stößt.
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Verärgerung über im Umlauf befindliche Gerüchte
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Karla Cole ärgerte es vor allem, dass bewusst falsche Informationen in den Umlauf gebracht werden. Sie machte deutlich, dass neue Träger weder Entlassungswellen beim Personal noch Gebührenerhöhungen für die Eltern bedeuten. Und überhaupt wären das die Punkte, die die Gemeinde regeln kann durch entsprechende Klauseln in den zu schließenden Verträgen. „Bei 69 Prozent der bayerischen Kindergärten in freier Trägerschaft kann das System nicht so falsch sein“, sagte Cole.
Geschäftsführer Werner Groth gab sich in Hinblick auf die turbulenten nächsten Wochen und einen eventuellen Bürgerentscheid kämpferisch. „Wenn es um unsere Kinder geht, lassen wir uns auch verprügeln“, verkündete er. Die Freien Wähler wissen um die Schwere der Aufgabe bei der nun anstehenden Überzeugungsarbeit, aber Groth sieht seine Gruppierung auf dem richtigen Weg: „Wir haben sachlich richtig entschieden, die anderen Fraktionen emotional falsch.“
Bitterere Nebennote des Streits um die Kindergärten sind persönliche Probleme von Gemeinderat Hans Häuslmeir, dessen Kind in den Kindergarten Sonnenschein gehen. Dort wurde der Mann der Freien Wähler von einem tag auf den anderen nicht mehr gegrüßt und seine Frau ebenso geschnitten. Zuletzt wurde Bürgermeister Klaus Stallmeister zugetragen, dass Mitglieder der Mehrheitsfraktion als „Freie Wähler Schweine“ auf der Straße tituliert wurden. Die Emotionen schlagen also sehr hoch.
Nico Bauer
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